Ständig berichten die anderen Linux-Kollegen von Ihren Erfahrungen mit dem Linux Professional Institute Certificate, kurz LPIC. Nach reichlicher Überlegung habe ich mich nun anstecken lassen und bin auf dem Weg zu meinem LPIC-1, dem “Junior Level” der aus insgesamt drei Stufen bestehenden Zertifikatsreihe. Die einzelnen Stufen bauen aufeinander auf: Die nächsthöhere wird nur zugelassen, sobald die niedrigere Stufe erfolgreich absolviert wurde.
Und jetzt bin ich dran. Mir hat sich die Möglichkeit eröffnet, das LPIC preislich ein wenig vergünstigt zu machen – sicher nicht der Hauptgrund, wohl aber einer der Gründe, die mich dazu bewegt haben, mich gerade jetzt auf die Prüfung vorzubereiten.
Wobei der Part “auf die Prüfung vorbereiten” nicht ganz wörtlich gemeint ist. Das LPI hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Urkunde nicht denn Sinn hat, unmenschlich auf die Prüfung zu büffeln. Diese umfasst nämlich eine Reihe an Praxis-Themen, zu denen man sowieso während der Linux-Administration ständig Kontakt hat… Also eigentlich eh können müsste. Stufe 1 fragt meiner Meinung nach größtenteils die Basics für die Administration ab, wenn auch etwas umfangreich.
Womit ich mich aber im Moment beschäftige: Die offiziellen Infoseiten zum LPIC zu lesen, die zahlreichen Onlinesimulatoren bisschen zu überschauen und eine Infobroschüre, nein, mehr ein Handbuch aus dem Galileo-Verlag, zu lesen. Dann dürfte das LPIC-1 auch kein Problem sein :-)
Level 1 besteht übrigens aus zwei unabhängigen Prüfungen: 101 und 102. Beide umfassen zwei unterschiedliche Themengebiete. Nur wenn man beide Prüfungen erfolgreich besteht, wird die Zertifizierung ausgestellt. Man erhält mit dem Zertifikat angeblich eine Zugangskennung, mit welcher beispielsweise der Arbeitgeber online die Gültigkeit des Zertifikats überprüfen kann. Das LPI legt nahe, die Zertifizierung alle gut zwei Jahre zu wiederholen (im Schnitt wird alle zweieinhalb Jahre der Prüfungskatalog überarbeitet), mindestens aber alle fünf Jahre. Selbst dann aber verfällt die Zulassung nicht – man wird lediglich im Onlinecheck auf “inaktiv” gesetzt. Und mal ehrlich: Im Vergleich zu den konkurrierenden Zertifikaten sind “alle fünf Jahre” sowieso mehr als entgegenkommend.
In beiden Tests bekommt man nun entweder den Prüfungsbogen auf Papier, oder – was die gängigere Art darstellt – als Programm in einem extra zugelassenen Prüfungsraum. Es können viele Antwortmöglichkeiten vorkommen, zum Beispiel dass eine einzige Option richtig ist, mehrere Optionen richtig sind oder man den gefragten Befehl, Parameter oder Pfad selbst eingeben muss.
In dem Sinne – ich halte Euch auf dem Laufenden :-)
PS: Was ich hier darüber schreibe, ist entweder meine persönliche Meinung oder habe ich aus vielen Internetquellen zusammengetragen. Falls Ihr auch eine solche Zertifizierung absolvieren wollt, empfehle ich dringend, dass Ihr Euch selbst ein Bild von Prüfungsablauf & Co. anhand der offiziellen Projektwebsites gestaltet.
