Seit langer Zeit wird in Diskussionsforen im Internet darüber diskutiert, was denn nun besser sei – Linux oder Windows? Leider arten diese Diskussionen derart aus, dass auch unerfahrene Computeranwender ihre Meinung dazu äußern wollen. Jenachdem, in welchem Kreis man eine Umfrage startet, variieren die Ergebnisse. Deshalb gibt es in Communitys für Anfängerfragen grundlegend mehr Mitstimmer in Richtung Windows. Stellt man dieselbe Frage aber in Entwicklerkreisen, dann fällt das Ergebnis erstaunlicherweise umgekehrt aus. Meines Erachtens wird das dadurch begründet, dass sehr viele fertig-PCs mit Windows bestückt werden. Ich muss zugeben, die meisten Normalanwender können mit Windows zufrieden sein und es gerne auch weiterverwenden – bis sie irgendwann ächzend angelaufen kommen, mit 3 Trojanern, einem Keylogger und nichts geht nicht mehr. Das letzte Update war vor 3 Jahren, der kostenpflichte Virenscanner seit 4 Monaten abgelaufen. Adé, liebe Daten; hallo, liebe Hacker. Ich selbst verwende seit fast 2 Jahren Linux sowohl im Servereinsatz als auch im Desktopbetrieb und musste dadurch keine Benutzerfreundlichkeitsaspekte einbüsen. Keinem möchte ich vorschreiben, was er nun verwenden soll.
Wie der Titel dieses Blogbeitrags schon sagt, Linux ist kein Ersatz, sondern eine Alternative! Und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Natürlich kann jeder das verwenden, was ihm am Meisten zusagt, aber er muss sich dann über die Konsequenzen bewusst sein. Schön wäre es an diesem Punkt, wenn jeder Computerhersteller seine Kunden selbst aussuchen lassen müsste, was der Kunde verwenden möchte. Denn einen Aufpreis für ein viel zu überteuertes Betriebssystem, das nach der Lieferung eh durch eine Open Source-Variante ersetzt wird, kostet nunmal. Wenn ich einen alten Rechner wegwerfen würde, dieser aber noch eine korrekte Lizenz besitzt, werfe ich die Lizenz mit weg. Denn verkaufen darf ich sie nicht, und mit dem neuen Modell habe ich sie doppelt. Doof! Also bleibt fast bloß ein Computer Marke Eigenbau übrig. Oft kommen Leute zu mir, sie wollen endlich eine gescheite Kiste, und wenn ich ihnen aber einen Preis aufschreibe, entscheiden sie sich gerne für meine Lösung – die Lösung eines erfahrenen Anwenders und Entwicklers. Der Nachteil ist bloß, dass das Betriebssystem nicht mit eingerechnet wurde – hier kommen nochmal entscheidende 80-100 € dazu, die keiner gerne zahlen möchte. Aber Linux ist ja in Augen vieler “Experten” altmodisch und unausgereift… Und auch der Aspekt, unter Linux laufen keine Computerspiele, ist irre. Selbstverständlich laufen unter Linux nicht alle Spiele, aber im Vergleich zu Windows relativ mehr stabil. Und wenn ich doch mal ein Spiel zocken möchte, das unter Linux wegen unnötiger Lizenzkosten nicht funktionieren darf, spiele ich es unter meiner Sekundärpartition mit Windows. Der Wechsel dauert nur einen kurzen Augenblick! Und nein, nicht jedes Linux ist gleich. Linux selbst ist kein Betriebssystem, Linux ist nur der Kernel. Das Betriebssystem entsteht erst durch Zusammenschluss von Kernel und Disribution – das am Ende erscheinende Gesamtbild ist distributionsabhängig. Genauso wie bei vielen anderen Betriebssystemen auch – nur mit dem Unterschied, dass das Frontend ständig weiter entwickelt wird, der Kernel aber hinten weg bleibt. Und ein tolles Frontend taugt überhaupt garnichts, wenn der Kernel sich nicht in einem Top-Zustand befindet. Wobei wir wieder beim nächsten Punkt wären – Linux ist Open Source. Das heißt, jeder Entwickler mit dem nötigen Know How kann mitentwickeln so wie er will. Andere Systeme, insbesondere kostenpflichtige, sind Closed Source. Hierbei profitiert nur die Entwicklerfirma, denn nur diese darf den programmierten Quelltext begutachten und Fehler ausbügeln. Wenn die Firma pleite geht, haben viele Nutzer von geschlossenen Quelltexten Pech gehabt – Anwender, die den offenen Quelltext bevorzugen, reiben sich schadenfroh die Hände. Und nun sind wir schon wieder bei dem Punkt angekommen: Jedem das Seine, denn Linux ist kein Ersatz, sondern eine Alternative!
Artikel kommentieren
|
|



